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Best Practice in Corona-Zeiten: Lernspiele und Online-Aufgaben in der Berufsvorbereitung

Best Practice in Corona-Zeiten: Lernspiele und Online-Aufgaben in der Berufsvorbereitung

by Admin Niederholtmeyer -
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Auch in Maßnahmen der Berufsvorbereitung (BvB) werden zurzeit alternative Handlungsmodelle erprobt und durchgeführt. Mit Lernprogrammen, die bei den jugendlichen Adressaten sehr gut ankommen, hatte man an vielen Standorten bereits vor Corona positive Erfahrungen gemacht. Skeptisch äußerten sich die meisten Akteure jedoch, wenn es um Online-Angebote ging. Entfernte Lernorte, z.B. Praktikumsstellen oder zu Hause traute man der Zielgruppe nicht wirklich zu.

Nun macht Mihael Ivanisevic in Pforzheim ganz andere Erfahrungen. Als Bildungsbegleiter in einer BvB Reha Maßnahme musste nun er und sein Team die Betreuung des Klientels völlig umkrempeln. Teilnehmende, oft lernmüde und schnell überfordert, sollten im heimischen Umfeld motiviert werden."Glücklicherweise, aber natürlich nicht geplant, hatte ich gerade eine Weiterbildung in Sachen Mediendidaktik hinter mir. Da fiel es mir nicht schwer, die cleveren Funktionen und geeignete externe Angeboten vorzubereiten und nach wenigen Tagen einzusetzen." Dennoch war und ist es für Mihael Ivanisevic und seinen Mitstreiter*innen mehr Arbeit als sonst. Wochenaufgaben zu digitaliseren, mit den Teilnehmenden zu besprechen, Lösungen zu sichten und individuelles Feedback zu geben, sei schon für Präsenzveranstaltungen nicht leicht vor- und nachzubereiten.

Einmal wöchentlich laden sie die Teilnehmenden zu einer Videokonferenz ein. Hier wird erklärt, Fragen werden beantwortet und auf wichtige Termine verwiesen. Nicht nur BvB-Teilnehmenden fällt es schwer, mit Wochenplänen umzugehen. Das eigenständige Lernen kommt hier einem Sprung ins kalte Wasser gleich.

"Not macht erfinderisch. Sogar für die üblichen Berichte, die in Abstimmung mit den Teilnehmenden verfasst und von diesen unterschrieben werden müssen, habe ich eine Lösung gefunden. Mit den richtigen Apps und den Smartphones der Teilnehmenden klappt auch das inzwischen."

Aber wie motiviert man die Jugendlichen, denen das Lernen nicht in den Schoß gefallen ist, zu diesen Leistungen? Mihael Ivanisevic freut sich über diese Frage. "Ich kombiniere mediendidaktische Erkenntnisse mit meinen individuellen Erfahrungen. Als externe Quellen nutze ich gerne Videos, die ich mit dem Tool H5P interaktiv mache. So kann ich überprüfen, was die Teilnehmenden verstanden haben.
Ich kann auf unserer Lernplattform Angebote von learningapps.org einfügen, die auf spielerische Methoden setzen und auf unsere Bedürfnisse angepasst werden können. Auch hier bekommen nicht nur die Teilnehmenden ein Feedback, sondern auch ich. So macht das Üben der Grundrechenarten oder Fachwörtern im Wettbewerb mehr Spaß. Besondere Leistungen belohne ich mit Badges, also digitalen Auszeichnungen. Am wichtigsten scheint mir aber das Kontakthalten und die Wertschätzung aller einzelnen Jugendlichen zu sein."

Das Interview führten wir am 7.4.2020.

Mihael Ivanisevic ist bereit, seine Vorarbeiten auf der Plattform auch anderen zur Verfügung zu stellen. In der Woche nach Ostern wird das vielfältige Angebot im Best Practice Bereich zu sichten und zu nutzen sein.